Gitter statt Klimaschutz

Polizeiwache Zürich, 8. Juli 2019

Es gab Gesetze, welche das Verbrennen von Hexen erlaubten. Es gab Gesetze, welche das Auspeitschen von Sklaven erlaubten. Es gab Gesetze, die das Schlagen der eigenen Ehefrau oder der eigenen Kinder erlaubten.

Diese Gesetze gibt es (in Europa) nicht mehr. Der Grund dafür ist, dass Menschen bereit waren zu kämpfen. Dabei ist das Problem stets das Gleiche: Die Gesetzeshüter hüten das Gesetz, auch wenn es nicht verdient gehütet zu werden.

Es gibt immer noch Gesetze, welche das Ausbeuten der Natur zu Lasten künftiger Generationen erlauben. Welche die irreversible Zerstörung wertvoller Ökosysteme für Profit billigen. Diese Gesetze gibt es, weil der Kampf noch nicht gewonnen wurde.

Die Aktivist*innen, welche letzten Montag vor dem Hauptsitz der Credit Suisse verhaftet wurden, sind die Kämpfer*innen der Gegenwart, welche eine bessere Gesellschaft bauen wollen. Natürlich haben sie recht. Aber ebenso selbstverständlich gibt es Menschen, welche gedankenlos bereit sind, den Fortschritt zu verhindern. Sie stehen auf der falschen Seite der Geschichte, wissen dies aber noch nicht.

Das muss man sich vorstellen. Eine kleine Gruppe friedlicher Aktivisten protestiert gegen die Geschäftspraktiken der CS. Sie bedrohen niemanden und verursachen keinen Sachschaden. Statt auf Dialog zu setzen, fordert die CS die gewaltsame Auflösung der Demo. Wer Kunden aus Saudi-Arabien befriedigen möchte, muss wohl mit Härte beeindrucken können. Vielleicht sollen wir froh sein, dass die Polizisten nicht mit Knochensägen ausgestattet waren.

Durch die unverhältnismässige Reaktion der CS haben wir alle etwas gelernt: Ohne Moral gibt es kein Recht. Gesetze eines unmoralischen Staates müssen nicht befolgt werden und Einschüchterung funktioniert sowieso nicht.

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