Can we get serious now?

Since everybody has gotten used to bad news about the climate and the state of the environment, it is nice to be able to bring some really terrifying news for a change. Sorry, but sarcasm and dark humor is the only way to cope with the situation.

The latest BP Statistical Review of World Energy is titled “Energy in 2018: an unsustainable path”. You know you should be worried when the chief economist of a major oil company is concerned about the rise in energy consumption.

The report concludes that energy demand rose by 2.9% last year, resulting in a 2.0% increase in CO2 emissions. Obviously, this is not in line with any emission paths compatible with the survival of humanity.

The truly horrifying part of the story is that the increase was largely driven by climate change. In order to cope with extreme heat and extreme cold, people used more energy. If anyone wanted to know what a tipping point looks like, you can look now. This is a perfect example of a positive feedback loop.

We need to reduce global CO2-emissions by at least 6% per year, starting right now. No conceivable international political process will make this happen. Just think about it: international treaties take years to negotiate and formulate and need to be ratified by national governments.

As I have stated for some years now, we have passed the political point of no return. So, stop buying and stop flying. It is the only chance we have.

Das Gespenst der Fakten

Galileo Galilei vor der Inquisition (Quelle)

Keep your facts. I’m going with the truth

Stephen Colbert

Als Physiker ist es sehr ärgerlich festzustellen, dass die naturwissenschaftliche und technische Forschung nicht in der Lage sein wird, das Nachhaltigkeitsproblem der Menschheit zu lösen. Vielmehr sind Verhaltensänderungen der Bevölkerung und eine komplette Transformation des Wirtschaftssystems erforderlich.

Zu diesem Zweck habe ich einige wichtige Fakten in einem Manifest zusammengefasst:

Das Gespenst der Fakten (PDF)

Hoffentlich regt der Text zum Nachdenken an. Ich freue mich auf Rückmeldungen.

GDP und CO2

Während des Nachhaltigkeitswoche an der HSR hatte ich wieder das Vergnügen, einen Klimavortrag zu halten. Eine PDF-Version befindet sich hier: Sein oder Nichtsein?

Wie immer sorgte folgender Vergleich zwischen der globalen Wirtschaftsleistung (GDP) und den globalen CO2-Emissionen für Kopfschütteln:

Spätestens hier stellt sich die Frage des Systemwechsels und des Klimanotstandes. Während den letzten 50 Jahren (seit 1970) waren die beiden Grössen fast perfekt korreliert, mit einem Korrelationskoeffizienten von +0.991. Gemäss heutiger Politik (Klimaziele von Paris, Wachstumsziele der G20), müssen Sie für die nächsten 30 Jahre fast perfekt antikorreliert sein (Korrelationskoeffizient -0.935). Wer dies für möglich hält, glaubt offensichtlich an Wunder. Wer dies nicht tut, müsste sich dafür einsetzen, dass wir möglichst schnell die wirtschaftliche Notbremse ziehen.

Damit jeder die Zahlen und die Berechnungen überprüfen kann, stelle ich das Excel-Sheet zur Verfügung.

Weltweiter Klimastreik am 15. März 2019

Der neuste Blog-Beitrag von Prof. Dr. Reto Knutti zu den Klimastreiks ist sehr lesenswert: Warum wir uns einmischen.

Klimastreik und #ScientistsForFuture

Ich habe auch den Aufruf Scientists for Future unterschrieben und werde am 15. März an der Polyterrasse dabei sein. Die Zeit zum Handeln ist jetzt und der Klimastreik bietet eine Möglichkeit dazu!

Die HSR in Rapperswil engagiert sich auch für die Nachhaltigkeit. Es würde mich freuen, mit Ihnen am Infotag (16.3.2019) oder während der Nachhaltigkeitswoche (25.3.2019 – 30.3.2019) ins Gespräch zu kommen. Auch der Vortrag am 26. März könnte spannend werden.

PS: Offensichtlich haben bereits über 12000 Wissenschaftler den Aufruf Scientists for Future unterschrieben. Hier eine ausführliche Stellungnahme: Keine Ausreden mehr.

Nicht absent, sondern präsent!

Vor langer Zeit ist mir eine wunderbare Zukunftsvision aus den 50er Jahren in die Hände gefallen. Der Autor, ein deutscher Ingenieur, hat begeistert über die technische Entwicklung der Haushaltgeräte berichtet. Vom Kochherd bis zur Waschmaschine wurden, nach seiner Einschätzung, alle Geräte einfacher zu bedienen. Seine Schlussfolgerung: Die Hausfrauen der Zukunft werden wohl nur einige Knöpfe drücken müssen. Die Vorstellung, dass auch Frauen berufstätig sein wollen oder dass die Männer im Haushalt aushelfen können, war zu visionär. Für den Autor war Innovation ein technisches Gerät mit vielen Knöpfen.

Die Geschichte zeigt exemplarisch, wie eingeschränkt das Denken vieler Menschen ist. Der Physiker Max Planck hat schon festgestellt, dass der wissenschaftliche Fortschritt nur durch das Aussterben älterer Professoren möglich ist. Da wir Menschen immer älter werden, ist die Gefahr gross, dass wir in alten Denkmustern erstarren. Besonders problematisch ist dies, wenn Politiker nicht rechtzeitig abtreten wollen. Zugegebenermassen ist das Alter das kleinste Problem von Donald Trump, aber er sollte lieber seinen wohlverdienten(?) Ruhestand geniessen, statt Politik zu machen. Dies ist kein Votum gegen alte Menschen, aber wieso soll ein 72-jähriger über die Zukunft entscheiden?

Mit der Klimaerwärmung ist die Menschheit anscheinend in diese Falle des erstarrten Denkens getappt. Das Problem fängt schon bei der Formulierung der Kernfrage an. Können wir die Klimaerwärmung stoppen? Die richtige Frage wäre, ob wir mit der Klimazerstörung aufhören wollen. Ohne uns Menschen hätte das Klima nämlich gar keine Probleme. Und die Antwort lautet, dass wir dies wollen müssen. Sonst haben unsere Kinder keine Zukunft, was sie, angeführt von der Jeanne d’Arc der Klimabewegung Greta Thunberg, auch festgestellt haben.

Die gute Nachricht ist, dass wir die Klimazerstörung noch stoppen können, wenn wir mit dem Verbrauch fossiler Brennstoffe aufhören und unsere Essgewohnheiten drastisch ändern. Dafür muss, in den Köpfen vieler Menschen, ein transformatives Umdenken stattfinden. Das Klimaproblem lösen wir nicht, indem wir Benzin- und Dieselautos durch Elektroautos ersetzten, sondern durch eine Neudefinition der Mobilität. Auch das Wirtschaftswachstum und das Wesen des globalen Kapitalismus müssen ernsthaft hinterfragt werden. Eine spannendere politische Aufgabe kann man sich wohl kaum vorstellen. Schnelles Umdenken tut not, da wir sonst Gefahr laufen, grosse Fehlinvestitionen in Infrastruktur und Ausbildung zu tätigen. Sind sechsspurige Autobahnen, eine zweite Gotthardröhre, ein Ausbau des Flughafens Zürich und grosse Investitionen in die Informatikbildung die richtige Antwort auf eine Klimakrise? Wie ein Jugendfreund von mir es mal so schön formuliert hat: «Die Politik will nichts verändern und dies sehr schnell».

Dies macht die jüngsten Klimaproteste der Schüler so aufregend. Sie sind als eine Herausforderung der Jugend an die Erwachsengeneration, zu der ich auch gehöre, zu deuten: «Könnt Ihr noch denken und wollt Ihr noch führen? Wenn nicht, dann macht bitte die Bühne frei für Leute, die noch kreativ sind und Ideen haben». Die Schüler und Schülerinnen, die auf die Strasse gehen, sind nicht unerlaubterweise von der Schule abwesend, sondern in der Politik sehr präsent. Wir Erwachsene müssen wählen, ob wir für oder gegen die eigenen Kinder kämpfen wollen. Ich habe mich schon entschieden!