Vor langer, langer Zeit in einem fremden Land (d.h. Schweden der 1970er-Jahre) hat ein brillanter Satiriker (Tage Danielsson) ein kleines Gedicht anlässlich der Freilassung eines hungerstreikenden Wehrdienstverweigerers geschrieben.
Hier der Versuch einer Übersetzung:
„Verriegelt eure Türen!
Der Frieden ist vorbei!
Der Wehrdienstverweigerer
ist aus der Haft entlassen!Verstärkt den Kampf gegen die Gewaltlosigkeit!
Gebt der Polizei Verstärkung!Was, wenn er zu uns kommt, christlich und verrückt,
und sich weigert, Menschen im Bahnhof anzugreifen!Was ist, wenn er niemanden totschlägt,
keine Frauen ausraubt oder Tresore sprengt!Was, wenn er keine Mädchen vergewaltigt!
Steck ihn zurück in den Käfig, Lennart Geijer!Zu so jemandem kann man nicht nett sein.
Manche Leute muss man in eine Zelle sperren.Menschlichkeit ist prinzipiell vertretbar,
aber dieser Mann ist eine Gefahr für die Gesellschaft!Stoppt den kriminellen Wahnsinn:
Schuldig des Nichtbesitzes einer Waffe!Schaut, dass er wieder zwangsgefüttert wird!
Er ist eine Gefahr für die Unsicherheit.
Der Appell von Greta Thunberg im Video unten hat mich wieder an das Gedicht erinnert. Eine Gesellschaft, die bereit ist, Klima- und Friedensaktivist*innen einzusperren, wird die Klimakrise sicher nicht lösen wollen.
Auf Gewalt zu verzichten braucht Mut. Und Mut ist in der heutigen politischen Landschaft eine seltene Eigenschaft. Es ist einfacher, andere für uns sterben zu lassen, als selbst Courage zu zeigen.
Es lohnt sich übrigens, die Dankesrede von Astrid Lindgren anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels zu lesen: Niemals Gewalt! Es waren andere Zeiten, als Menschen sich noch getraut haben, an eine Zukunft in Frieden zu glauben.
