Flattening the curve for the Coronavirus

In order to better understand the development of the Coronavirus pandemic, I decided to do my own statistical analysis. I only considered the number of deaths in various countries, as this number is probably more reliable than the number of infections. I then made the assumption that this number grows exponentially, but that the coefficient of growth changes linearly with time:

Simple model for the number of deaths N(t). The exponent α(t) is assumed to change linearly with time.

It is now possible to make a simple fit for each country and to estimate when the curve will flatten and the number of deaths will stop increasing.

I was surprised how well it worked. Below is the result for Italy

Number of deaths from the Coronavirus in Italy

The analogous plot for Switzerland looks as follows

Number of deaths from the Coronavirus in Switzerland

Unfortunately, the United States is not even close to flattening the curve

Number of deaths from the Coronavirus in the United States

It is now possible to compare different countries both in terms of actual deaths

or in terms of the fitted curves

The curves tell us an important message: If strict measures are implemented to stop the spread of the virus, this actually helps. It is the only thing we can do at the moment.

As public service, I have made the Python script for the analysis available. It automatically downloads the data from the Center for Humanitarian Data, performs the analysis and plots the data.


Here is a scientific study of the efficacy of different measures from Imperial College: Estimating the number of infections and the impact of nonpharmaceutical interventions on COVID-19 in 11 European countries.

Here is a useful tool for a more detailed analysis of the disease from the University of Basel: https://neherlab.org/covid19/

BTW, there is a good reason be be wary of exponential growth, as this delightful video shows:

Doing what is necessary

Here is a powerful and emotional interview with Christiana Figueres. She makes it perfectly clear that future of humanity lies on our hands and that we must choose whether we want our children and grandchildren to be able to breathe or not.

It has been said before:

It is not enough that we do our best; sometimes we must do what is required.

Winston Churchill

Ist die Zukunft mehrheitsfähig?

Warum werden gerade diejenigen Wünsche, die sich auf Irrtümern gründen, in uns übermächtig? Nichts haben sie mir später mehr übelgenommen als meine Weigerung, mich ihrem fatalen Wunschentzücken hinzugeben.

Christa Wolf, Kassandra
Théâtre Aventicum

Ein kürzlich erschienenes Editorial in der Washington Post gibt zu denken. Bezugnehmend auf einen Bericht des World Resources Institute wird die Frage gestellt, ob es in 30 Jahren möglich sein wird, die Menschheit zu ernähren, ohne den Planeten zu verheizen. Heute wird weltweit genug Essen produziert, aber der ökologische Preis dafür ist sehr hoch und die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft reichen aus, um das Klima des Planeten zu destabilisieren. Dazu kommen andere Probleme, wie Bodenerosion und die Zerstörung von Biodiversität. Auf die Frage, ob es möglich sein wird, die Lebensmittelproduktion bei reduziertem ökologischem Fussabdruck signifikant zu steigern, haben wir schlicht keine Antwort.

Was ist mit einer Gesellschaft los, die eine massive Nahrungsversorgungskrise in weniger als 30 Jahren vorhersagen kann, aber nicht fähig ist, darauf zu reagieren? Wieso stellen wir nicht Ressourcen zur Verfügung, um dieses Problem zu lösen? Junge Menschen sind gesetzlich verpflichtet, Geld in Pensionskassen anzulegen, um vielleicht in 40 Jahren eine Rente zu bekommen. Das Geld wird teilweise in absurde Bauprojekte oder Ölförderung investiert, damit irgendwie eine fiktive Rendite erwirtschaftet werden kann. Es scheint aber niemanden zu interessieren, ob es in 30 Jahren etwas zu essen gibt. Das ist doch absurd!

Ein grosses Problem der heutigen Welt ist, dass sich die Mächtigen gar nicht für die Zukunft interessieren. Da sie mehrheitlich männlich, alt, weiss, und reich sind, haben sie andere Prioritäten. Wirtschaftlich macht es für diese Leute keinen Sinn, auf Konsum und Ressourcenverbrauch zu verzichten, damit die nächste Generation auch etwas zu essen haben wird. Die Jugend und Menschen aus dem globalen Süden haben leider politisch und wirtschaftlich wenig zu sagen. Somit erstaunt es nicht, dass die heutige Klima- und Umweltpolitik mit Palliativpflege grosse Ähnlichkeiten aufweist. Es geht nur darum, die letzten Tage der Menschheit möglichst komfortabel zu gestalten. Auf lange Sicht sind wir eh alle tot.

Auch in gut funktionierenden Demokratien ist die Situation nicht besser. Wir müssen uns wohl mit dem Gedanken abfinden, dass die Zukunft nicht mehrheitsfähig ist. Für eine transformative Veränderung der Gesellschaft, die für das Aufhalten der Klimakatastrophe erforderlich wäre, lassen sich im Moment keine politischen Mehrheiten finden. Die zentrale Frage ist, ob die Menschen wirklich bereit sind, ihre Kinder auf dem Altar des Materialismus zu opfern. Oder sind sie vielleicht einfach ungenügend informiert? (vgl. “The hope lies in the fact that people don’t know what is going on”, Interview mit Greta Thunberg.)

Hören wir doch endlich auf, über technische Lösungen und Details zu reden. Es spielt keine Rolle, ob wir die CO2-Emissionen mit einer Steuer oder über Zertifikatshandel senken. Das zentrale Problem ist doch, dass wir diese Emissionen gar nicht senken wollen, weil wir bei wachsender Bevölkerung immer mehr Energie pro Kopf brauchen. Wer jährlich aus Langeweile tausende von Kilometern fliegen möchte, braucht mehr Energie als wenn er zuhause bliebe. Mit einem zweieinhalb Tonnen schweren SUV herumzufahren macht absolut keinen Sinn, egal ob dieser mit Strom oder Benzin angetrieben wird. Wer eine grosse Wohnfläche hat, braucht mehr Ressourcen und Energie als jemand mit wenig Platzbedarf. Wer täglich Fleisch isst, hat einen hohen ökologischen Fussabdruck. Man kann nicht mehr essen und weniger scheissen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Die Klimakrise ist im Kern eine ethisch-moralische Krise, weshalb auch viele Menschen so emotional auf angebliche Weltverbesser*innen reagieren. Wir sehen Greta Thunberg und verstehen sofort, dass sie recht hat und uns moralisch weit überlegen ist. Ihre Botschaft «Du musst dein Leben ändern» kommt aber schlecht an. Wir wollen gar nicht akzeptieren, dass wir eine Wahl haben. Wenn wir einen lebenswerten Planeten erhalten wollen, müssen wir auch bereit sein, die dafür erforderlichen Massnahmen zu beschliessen und umzusetzen. Es ist dabei egal, ob sie wirtschaftlich Sinn machen oder nicht. Der Homo Oeconomicus wird den Planeten nicht retten, der Homo Sapiens vielleicht schon.

Es stellt sich somit die Sinnfrage. Werde ich am Ende meines Lebens die Gewissheit ertragen können, dass mein Lebensstil die Zukunft meiner Kinder zerstört hat und dass ich nichts unternommen habe, um dies zu verhindern? Werde ich nicht glücklicher, wenn ich zusammen mit jungen Menschen für die Zukunft kämpfe? Für mich war die Entscheidung einfach. Als Egoist und Feigling zu sterben, macht wirklich keinen Spass.

PS: Ein interessanter Beitrag zu Bescheidenheit und Lebenszufriedenheit ist heute im SRF Kontext erschienen.

Public lecture in Zurich

I am looking forward to my next lecture at the ETH in Zürich, organized by the Swiss Chapter of the IEEE Society on Social Implications of Technology (SSIT). It will be similar to the lecture I gave at Hilti a couple of weeks ago, with some recent updates.

Where: ETH Zurich
When: 2019-11-27 18:30 – 20:00
Admission free.
Registration and further details:
https://nordborg.eventbrite.com

Here is the flyer as PDF: SSIT-flyer.pdf. Please feel free to distribute.