In den Medien wird zu wenig darüber berichtet, welche rasante Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien gerade stattfindet. Wenn ich erzähle, dass die Fachzeitschrift Science «das unaufhaltsame Wachstum der erneuerbaren Energien» zum «wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2025» erkoren hat, reagieren die meisten Menschen sehr erstaunt. Das «Scheitern der Energiewende» erkennt man anscheinend daran, dass Wind und Sonne jährliche Wachstumsraten von über 15 % verzeichnen, und schon ein Viertel aller neuen Autos elektrisch sind, aber leider nicht in Europa hergestellt werden.

Die obige Grafik zeigt die Entwicklung des europäischen Strommix seit 1985. Die Stromerzeugung von AKWs und fossilen Brennstoffen (Erdöl, Erdgas und Kohle) nimmt ab, die Wasserkraft nimmt langsam zu, aber der Anteil von Sonne und Wind wächst mit über 10 % pro Jahr. Inzwischen stammen etwa 42 % der elektrischen Energie in Europa aus erneuerbaren Quellen. Wenn man bedenkt, dass Europa sowohl Uran wie auch Erdöl und Erdgas importieren muss, ist diese Entwicklung sehr zu begrüssen. Es geht heute nicht nur um Klimaschutz, sondern um die Frage, ob Europa eine Zukunft haben soll oder nicht.
Leider scheinen die meisten europäischen Regierungen den Bezug zur Realität verloren zu haben. Wer Mario Draghis Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU liest, stellt fest, dass die Stärken Europas in den Bereichen Energie- und Umwelttechnik liegen (siehe Grafik unten). Wir haben keine grossen Computer- oder Softwarefirmen wie Apple, Google, Intel oder Microsoft, aber bedeutende Firmen im Energiesektor, wie Siemens, ABB, Schneider oder Alstom.

Am 20. Mai organisieren wir eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema Energie- und Umwelttechnik an der OST in Rapperswil. Wir werden über die aktuelle Forschung und laufende Projekte berichten, aber vor allem Fragen beantworten. Weitere Infos und Link zur Anmeldung sind hier:
- 20. Mai an der OST in Rapperswil: Ohne Strom und Wasser läuft nichts. Auch keine KI. | OST
Weitere Veranstaltungen
- 6. Mai in der Roten Fabrik, The End of the Oil Age Lecture by Henrik Nordborg in Zürich
- 9. Mai in Buchs, 4. Buchser Suffizienzsymposium – Energiekonzept 2030





