Aufruf zum Konsumstreik

Mein Interview und Aufruf zum Konsumstreik in 20min haben einige (mehrheitlich positive) Reaktionen ausgelöst. Danke für die Unterstützung und die interessanten Inputs. Hier der Link zum Text: Klima-Professor ruft zu Konsumstreik auf

Kleine Klarstellung: Ich bin natürlich kein Klimaforscher sondern ein theoretischer Physiker, der sich für Klimaschutz und Energietechnik interessiert. Dafür war ich 10 Jahre lang in der Privatwirtschaft tätig und verstehe wie global tätige Unternehmen funktionieren. Ich habe bewusst diese Laufbahn gewählt, da wir schon genug über das Klima wissen. Jetzt geht es darum Lösungen zu finden.

Einige Wortmeldungen im Internet haben wieder gezeigt, wie viel Unwissen in der Gesellschaft vorhanden ist. Vielleicht sind folgende Links nützlich, um etwas Klarheit zu schaffen:

Die Zeit hat ein gutes Video mit Stefan Rahmstorf über die Konsequenzen des Nichthandelns veröffentlicht: Was, wenn wir nichts tun?

Mein Artikel auf higgs.ch fasst unsere Probleme auch recht gut zusammen: Was müssen wir noch wissen?

Kauft nichts!

Es passiert mir schon nicht jeden Tag, dass ich im Feuilleton der Frankfurter Allgemeine Zeitung zitiert werde. Danke an Marcus Jauer, der einen schönen Artikel über unsere noch verbleibenden Möglichkeiten geschrieben hat.

Kauft nichts, FAZ, 6. Oktober 2019

Wer nichts mehr kauft, sprengt das System.

„Wenn wir das Wachstum nicht vom Kohlendioxidausstoß entkoppeln können, muss eben die Wirtschaft schrumpfen”, sagt Henrik Nordborg, der an der Hochschule Rapperswil in der Schweiz Erneuerbare Energien lehrt und einen Konsumstreik für die einzige Möglichkeit hält, den Klimawandel aufzuhalten.

Also kein neues Auto, auch nicht, wenn es elektrisch ist. Keinen Flug, auch wenn er kompensiert werden kann. Kein Obst, kein Gemüse und kein Fleisch, das nicht aus der Region kommt. Eigentlich gar kein Fleisch. Kein neues Handy, keine neuen Sneaker, keinen Liter Sprit, nie mehr. Kein Kauf aus Langeweile, als Belohnung, um sich abzuheben oder mitzu­halten, auch diesen Stress nicht mehr. Wenn etwas kaputt geht, lässt man es reparieren. Wenn das nicht geht. versucht man, ohne klarzukommen. Dieses Prinzip liegt so weit außerhalb der Logik des Systems, dass es dagegen keinerlei Vorkehrungen kennt. Nichts zu kaufen ist nicht verboten, trifft aber viel effizienter als nachhaltiger Konsum. Denn damit ein Käuferstreik wirkt, braucht es womöglich viel weniger Leute.

Graeme Maxton, früherer Generalse­kretär des Club of Rome, glaubt, es würde schon genügen, wenn die Europäer zehn Prozent weniger konsumieren, um die Fabriken der klimaschädlichen Industrien unter den Auslastungsgrad zu drücken, den sie brauchen, um ihre Kosten zu decken. Das wäre der Versuch, gezielt jene Geschäftsmodelle in die Pleite zu treiben, die sich ohnehin nur rechnen, weil sie für die Umweltschäden, die sie verursachen, nicht aufkommen – die Erdölförderung, der Automobilbau, die Luftfahrt, die Zementherstellung, die in­dustrielle Landwirtschaft. Wer das Klima schützen will, man kann es nicht anders sagen, muss eine Wirtschaftskrise auslösen.

Das klingt irre? Es ist einfach nur die Situation, in die wir uns gebracht haben.

Marcus Jauer, “Kauft nichts”, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Oktober 2019

Link zum vollständigen Artikel.

United in Science

The report United in Science from the Science Advisory Group to UN Climate Action Summit 2019 is mandatory (albeit very depressing) reading.

Some key messages:

  • Global warming is already very noticeable and happening faster than expected.
  • Emissions from fossil fuel continue to increase.
  • Increases in the concentrations of greenhouse gases continue to accelerate.

I would be grateful to anyone who finds some positive news in this report, because I failed.

Please wake up! It is not about science and it has not been for the last 40 years. Problems are not solved by finding out more about them an writing reports. The simple truth is that we cannot burn fossil fuel anymore. So stop flying and stop buying!