Das Ende der fossilen Brennstoffe.
Feierabendgespräch an der OST
Mittwoch, 15. April 2026, Hörsaal 3.008
Was dagegenspricht, sich in Fragen, die menschliche Angelegenheiten angehen, auf Wissenschaftler qua Wissenschaftler zu verlassen, ist nicht, daß sie sich bereitfanden, die Atombombe herzustellen, bzw. daß sie naiv genug waren zu meinen, man würde sich um ihre Ratschläge kümmern und bei ihnen anfragen, ob und wie sie eingesetzt werden sollte; viel schwerwiegender ist, daß sie sich überhaupt in einer Welt bewegen, in der die Sprache ihre Macht verloren hat, […]. – Hannah Arendt
Die planetare Krise ist allumfassend und lässt sich deshalb schlecht von einer Wissenschaft lösen, in der Forscherinnen und Forscher brav in ihren Disziplinen bleiben. Die Klimaforscher verstehen die Ursachen und die meteorologischen Auswirkungen des Klimawandels, sind aber keine Experten für den Umbau des Energiesystems oder für die sozialen, politischen und biologischen Auswirkungen der Erderwärmung. Niemand kann für alles Experte sein, und der Entscheid, hinreichend viel über viele Themen zu wissen, bedeutet im heutigen System das Ende einer akademischen Karriere. Carl von Linné war in Uppsala Professor für Naturwissenschaft und Medizin, was heute etwas schwierig wäre. Leider sind Lehrstühle für «die Rettung der Menschheit» immer noch selten, weshalb es nie einen halbwegs realistischen Plan zur Beendigung der Klimakrise gegeben hat.
Wir befinden uns auf dem Höhepunkt des Zeitalters der fossilen Kohlenwasserstoffe. Wie Rudolf Clausius vor 140 Jahren korrekterweise festgehalten hat, können diese durch nichts ersetzt werden. Die Frage ist nicht, ob die Wirtschaft schrumpfen muss, sondern wie. Selbstverständlich können wir unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen nicht sofort beenden, weil dann ein Grossteil der Menschheit sterben würde (Hunger, Hitze, Kälte). Es geht darum, den Verbrauch so schnell wie möglich zu reduzieren, was nur durch friedliche globale Zusammenarbeit und Abrüstung möglich ist. In einer Welt, in der Kriege geführt werden, kann die Welt nicht gerettet werden.
Die Globale Klimakompensation ist ein konkreter Vorschlag, wie der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen so schnell wie möglich erfolgen kann. Eine Mehrheit der Nationen der Welt und über 80% der Weltbevölkerung würden sofort profitieren. Das Problem ist nur, dass die wenigen Verlierer das Finanzsystem und das Internet kontrollieren, und immer mehr Geld für Waffen ausgeben. Hier müssen wir ansetzen.
Ein EEU-Seminar des Studiengangs Erneuerbare Energien und Umwelttechnik.
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