Im Jahr 1885 hielt Rudolf Clausius – der Erfinder des Entropiebegriffes der Thermodynamik – eine bemerkenswerte Rede, in der er ein internationales Abkommen zur Begrenzung der Nutzung fossiler Brennstoffe (damals Kohle) forderte. Seine Argumentation hatte nichts mit dem Klimawandel zu tun, sondern war viel einfacher: Die fossilen Energieträger sind über einen sehr langen Zeitraum entstanden und können durch nichts ersetzt werden. Eine Gesellschaft, die auf den Verbrauch dieser nicht erneuerbaren Ressource angewiesen ist, wird in absehbarer Zeit untergehen.
Wir haben gefunden, dass unter der Erde Kohlenvorräthe aus alten Zeiten liegen, welche sich im Laufe so langer Zeiträume, dass alle historischen Zeiten dagegen verschwindend klein sind, durch allmähliches Wachsen der damals auf der Erde vorhandenen Pflanzen gebildet und massenhaft abgelagert haben. Diese verbrauchen wir nun, und verhalten uns dabei ganz wie lachende Erben, welche eine reiche Hinterlassenschaft verzehren. Es wird aus der Erde herausgeschafft, so viel sich durch Menschenkraft und technische Hülfsmittel nur irgend heraufschaffen lässt, und das wird verbraucht, als ob es unerschöpflich wäre. Dabei nehmen die kohlenverzehrenden Eisenbahnen, Dampfschiffe und durch Dampfmaschinen getriebenen Fabrikanlagen in Staunen erregenden Maasse zu, so dass sich beim Blick in die Zukunft unwillkürlich die Frage aufdrängt, was daraus werden soll, wenn die Kohlenlager erschöpft sind.
Er folgert daraus:
Während das letztverflossene Jahrhundert sich dadurch ausgezeichnet hat, dass durch Erfindung oder Vervollkommnung von Maschinen, unter denen die Dampfmaschine oben an steht, die Kraftquellen der Natur in einer früher nicht geahnten Weise dem Menschen dienstbar gemacht sind, werden die folgenden Jahrhunderte die Aufgabe haben, die in dem Verbrauch dessen, was uns an Kraftquellen in der Natur geboten ist, eine weise Oekonomie ein zuführen, und besonders dasjenige, was wir als Hinterlassenschaft früherer Zeitepochen im Erdboden vorfinden, und was durch nichts wieder ersetzt werden kann, nicht verschwenderisch zu verschleudern. Je eher hierin eine Wendung eintritt, desto besser wird es für die Zukunft sein. Die an der Spitze der Civilisation stehenden Nationen sollten sich bei Zeiten zusammenthun, um die Ausbeutung der Kohlenlager in ähnlicher Weise zu controlieren, wie in gut organisierten Staaten die Ausbeutung der Wälder controliert wird.
Jetzt kann selbstverständlich behauptet werden, dass sich die Technik in den 140 Jahren seit der Rede von Rudolf Clausius weiterentwickelt hat. Sein Argument gilt auch für Erdöl und Erdgas, aber was in seiner Analyse fehlt, sind Nuklearenergie und Photovoltaik, da diese Technologien zu seiner Zeit noch nicht bekannt waren. Das Kuchendiagramm unten zeigt den Energieverbrauch der Menschheit im Jahr 2024. Wir sehen, dass Nuklearenergie etwa 5 % und die Photovoltaik etwa 1 % des menschlichen Energieverbrauchs decken. Die Argumentation von Prof. Clausius aus dem Jahr 1885 ist somit immer noch zu 94 % richtig.

Heute erscheinen immer mehr wissenschaftliche Publikationen, die Carbon Dioxide Removal (CDR) als Lösung der Klimakrise vorschlagen. Eigentlich müssen wir froh sein, dass sie nicht mehr von Carbon Removal Technology reden, denn es gibt dafür keine funktionierende Technologie. Sie wollen das Problem des Klimawandels lösen, indem noch mehr Öl, Gas und Kohle gefördert werden. Denn dank des von Prof. Clausius entdeckten zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik wissen wir, dass jede Methode, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu holen, sehr viel Energie brauchen wird. In einer Welt, in der mehr als 80 % der Energie aus fossilen Quellen kommt, würde diese Technologie keinen Sinn machen, auch wenn es sie gäbe.
Wir stellen somit fest: Es erscheinen heute wissenschaftliche Publikationen, deren Behauptungen schon vor 140 Jahren widerlegt waren. Ich weiss langsam nicht mehr, was ich dazu sagen soll. Vielleicht mit Brecht: «Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral.»
Alles ist besser zu verbrennen als Bäume. Denn intakte Natur – Wildnis! – ist das einzige was alles heilen kann und Verschmutzung auch managen und abbauen kann. Aber alleine während des Pariser Klimavertrags haben wir 30% vom Amazon verloren – da können wir von Kohlestopp reden wie wir wollen. Alleine so ein massiver Kompensationsverlust und das war nicht nur dort – sondern überall gleich auf der Welt, kann nichts ersetzen. Und GEO Engineering und Wettermodifikation macht es noch schlimmer. Es zerstört noch mehr Habitats, Windzirkulationen und natürliche Regenzyklen. Aber wenn keine Wälder mehr Wasserdampf transportieren, tja – woher soll dann das Wasser kommen? Kein Wunder dass Troposphärische River angezapft und umgelenkt werden.