Macht und Wissenschaft

Das Leugnen von Fakten von Galileo bis zum Klimawandel.

Feierabendgespräch an der OST
Mittwoch, 11. März 2026, Hörsaal 3.008

Im Jahr 1633 wurde Galileo Galilei wegen seiner Beobachtungen der Planetenbewegungen zum Hausarrest verurteilt. Im Jahr 1973 (also 340 Jahre später) ist ein ähnliches Schicksal dem Forschungsteam hinter «Die Grenzen des Wachstums» widerfahren. Galileo hatte festgestellt, dass die Erde nicht das Zentrum des Universums ist. Meadows et al. stellten fest, dass die Erde endlich ist. Beide Aussagen waren richtig, aber «wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd», wie das Sprichwort sagt. Leider war die kapitalistische Inquisition des späten 20. Jahrhunderts mächtiger als ihr katholisches Pendant im 17. Jahrhundert, und die Ideale der Aufklärung wurden somit in den 1970er-Jahren wenigstens teilweise aufgegeben.

An diesem Abend werden wir das Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und Macht analysieren. Wir werden sehen, dass auch die moderne Wissenschaft ständig unter Druck steht, «das Richtige» herauszufinden. «Wes Brot ich ess, des Lied ich sing».

Literatur

  • Edward Bernays, Propaganda (1928)
  • Karl Popper, Logik der Forschung (1934)
  • Thomas Kuhn, The Structure of Scientific Revolutions (1962)
  • Betrand Russell, The History of Western Philosophy (1945)
  • Neil Postman, Amusing Ourselves to Death (1985)
  • Edward S. Hermann and Noam Chomsky, Manufacturing Consent (1988)
  • John Pilger, The War You Don’t See, The War You Don’t See – John Pilger (2010)
  • Naomi Oreskes and Erik M. Conway, Merchants of Doubt (2010)

Ein EEU-Seminar des Studiengangs Erneuerbare Energien und Umwelttechnik.