Prädikat klimaschädlich

Medienmitteilung von fossil-free.ch und Artisans de la Transition:
Prädikat klimaschädlich
Studie zur Anlagepolitik der Schweizerischen Nationalbank

Freiburg/Zürich, 24. April 2018 Eine heute publizierte Studie der Artisans de la transition in Zusammenarbeit mit fossil-free.ch belegt die klimaschädliche Anlagepolitik der Schweizerischen Nationalbank SNB. Mit ihrem Aktienportfolio verantwortet sie höhere Emissionen als die Gesamtemissionen der Schweiz. Das Festhalten an einer CO2-intensiven Anlagestrategie kostet: Im Zeitraum 2015 bis 2017 hätte die SNB durch die Umschichtung ihrer klimaschädlichsten Anlagen in klimafreundliche Unternehmen ihr Ergebnis gemäss Berechnungen der ISS Ethix Zürich um 20 (sic!) Milliarden Franken verbessert (2013 – 2015: 4 Milliarden). Die Studie stützt die Forderung der Klimaallianz Schweiz nach einem Klimastresstest und deren Empfehlungen zu Klimarisiken, die gestern veröffentlicht wurden.

Das identifizierbare untersuchte Aktienportfolio der Schweizerischen Nationalbank (CHF 92 Milliarden oder 60% der Aktienanlagen der Bank SNB bei einem Gesamtvermögen von 843 Milliarden) verursachte im Jahr 2017 48,5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen (Gesamtemissionen Schweiz : 48.3 Millionen Tonnen CO2).

Hätte die SNB die 7,4 Milliarden Franken, die sie in die am meisten CO2-emittierenden Unternehmen investiert hat, in sehr klimafreundliche Unternehmen reinvestiert, hätte sie die Emissionen ihres Aktienportfolios halbiert und dabei das Finanzergebnis der letzten drei Jahre (1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2017) um 20 Milliarden Franken verbessert.

Diese Resultate bestätigen und übertreffen die im Dezember 2016 im ersten Bericht “USA-Finanzanlagen der Schweizer Nationalbank in fossile Unternehmen: Ein Desaster für Rendite und Klima” der Artisans de la transition veröffentlichten Zahlen.

Die SNB verwaltet ein Vermögen von 843,3 Milliarden Franken und damit mehr als die 1’700 beruflichen Vorsorgeeinrichtungen der Schweiz. Der Einfluss der SNB bei der Ausrichtung des Finanzplatzes Schweiz auf die Ziele des Pariser Abkommens und den Verlauf der Energiewende ist deshalb immens.

Weltweit haben wichtige Akteure wie Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden – wie im Pariser Abkommen gefordert – damit begonnen, Finanzflüsse im Kampf gegen den Klimawandel umzuleiten. Die Weltbank beispielsweise wird die Finanzierung von Öl- und Gasinfrastrukturen ab 2019 einstellen. Die SNB als Verwalterin des achtgrössten Vermögens der Welt hinkt der internationalen Entwicklung hinterher.

Mit der Vernachlässigung von Klimarisiken untergräbt die SNB die Wirksamkeit der Schweizer Klimapolitik, nimmt eine enorme Verschwendung öffentlicher Gelder in Kauf und schadet den Interessen der Schweiz.

 

Links

Studie deutsch

https://bit.ly/2F7KaMp

http://www.artisansdelatransition.org/berichte.html

http://www.artisansdelatransition.org/berichte.html#infografie
Étude en français
http://www.artisansdelatransition.org/rapports.html

Empfehlungen der Klimaallianz
https://bit.ly/2HHS2JF

 

Hinweis

Am Freitag 27. April findet anlässlich der GV der Schweizerischen Nationalbank um 09.45 Uhr beim Eingang Kursaal Bern, Kornhausstrasse 3, 3013 Bern eine paradoxe Strassenaktion statt, bei der als SNB Bankmanager Verkleidete für deren klimaschädliche Anlagepolitik einstehen werden.

 

Für Rückfragen

Markus Keller: 076 316 92 37, markus.keller@fossil-free.ch
Susana Jourdan: 026 321 37 11, susana.jourdan@larevuedurable.com
Jacques Mirenowicz: 026 321 37 10, jacques.mirenowicz@larevuedurable.com
 

Artisans de la transition

Der 2016 gegründete Verein Artisans de la transition strebt die Förderung von Möglichkeiten an, damit jedermann zum Akteur eines raschen Ausstiegs aus fossilen Energien und für einen ökologischen Wandel werden kann. Die Artisans handeln auf drei Ebenen: a) möglichst viele Menschen für Projekte der Bürgerenergie (besonders Energiegenossenschaften) und für das Divestment aus den fossilen Energie mobilisieren, b) mittels der halbjährlich erscheinenden Zeitschrift LaRevueDurable und mit Newslettern informieren, und c) darauf hinwirken, dass das persönliche Handeln mit den persönlichen Werten im Einklang ist, besonders durch die Durchfuhrung von Carbon conversations.

 

fossil-free.ch

Die Divestmentbewegung fossil-free.ch setzt sich in der Schweiz dafür ein, dass institutionelle und wohlhabende Investoren ihre Investitionen in besonders klimaschädliche Unternehmen aufgeben und in non-fossile Firmen umschichten, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreichbar zu machen.

Markus Keller MSc
Vizepräsident / Medien
Fossil Free Switzerland

+41 76 317 92 37
markus.keller@fossil-free.ch
www.fossil-free.ch

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