When sheer stupidity becomes a governing principle

One of my favorite moments in human history was when Alan Greenspan, the legendary chairman of the Federal Reserve, had to admit in front of a congressional committee that he never really understood how the economy works (you can find the quote and the reference here). BTW, if you are under any illusion that mainstream economists learn from their mistakes, I encourage you to google the word bitcoin. Or read this article by Paul Krugman.

There is no wealth on a dead planet. Cartoon by the brilliant Patrick Chappatte.

Another person who apparently never understood anything is William T. Nordhaus, recipient of the The Sveriges Riksbank Prize in Economic Sciences in Memory of Alfred Nobel in 2018. The point is not that his conclusions about managing climate change were all wrong. The real outrage is that they were based on completely ridiculous assumptions, as pointed about by Professor Steve Keen in a paper appropriately titled “The appallingly bad neoclassical economics of climate change”.

Anyway, it turns out that the reason for why we almost lost the only habitable planet in the known universe is down to a most unfortunate accounting error by mainstream economists. Professor Keen recently gave a short interview with CNBC (‘War’ footing needed to correct economists’ miscalculations on climate change, says professor), which is well worth watching.

I will try to be more polite in my choice of words than professor Keen, but my conclusion is the same: Classical economic theory cannot be applied to climate change, because we are facing a situation where all societal structures could break down. If you believe that I am exaggerating, I encourage you to read “Some Questions of Moral Philosophy” by Hannah Arendt. Her starting point is a quote by Winston Churchill: “Scarcely anything, material or established, which I was brought up to believe was permanent and vital, has lasted. Everything I was sure, or was taught to be sure, was impossible, has happened.” She then points out that “We – at least the older ones among us – have witnessed the total collapse of all established moral standards in public and private life during the 1930s and 40s.” My father was already alive the last time society collapsed. There is no reason to be believe that this could not happen again. As a matter of fact, it is already happening in many parts of the world.

Only if we are prepared to accept the magnitude of the challenges facing us, will we have any chance of responding in an appropriate fashion. Basing our decisions on an already discredited theory does not seem very clever.

Furthermore, I believe that Global Climate Compensation is a realistic proposition for halting climate destruction, ensuring global stability, and alleviating poverty.

Energie und Umwelt!

Frau Bundesrätin Simonetta Sommaruga und viele andere Politiker*innen haben sich vor zwei Jahren von der Klimajugend beeindruckt gezeigt. Das ist schön und gut, aber eigentlich sind es die gewählten Politiker*innen, die sich um die Zukunftsstrategie der Nation kümmern sollten, und nicht die Schulkinder.

Ich bin auch von der Klimajugend und ihrem Climate Action Plan begeistert. Sorgen macht mir eher die Nicht-Klimajugend. Wir dürfen nicht vergessen, dass die grosse Mehrheit der Jugendlichen sich anscheinend gar nicht für ihre eigene Zukunft interessiert. Wenn Studierende unserer Hochschule eine Nachhaltigkeitswoche organisieren, sind leider nur einige Studiengänge vertreten. Die grosse Mehrheit der Studierenden scheint nicht verstanden zu haben, dass die Welt sich verändert hat. Das ist übrigens an der ETH nicht anders. Ich finde dieses Verhalten merkwürdig. Der Generalsekretär der UNO nennt es selbstmörderisch. Wer nicht bereit ist, auf einem sinkenden Schiff mit dem Pumpen auszuhelfen, ist nicht besonders schlau.

Die Studiengänge für Enerige- und Umwelttechnik aus der ganzen Schweiz haben ein Video gedreht, um auf die spannende Karrieremöglichkeiten in diesem Bereich aufmerksam zum machen. Wenn wir in diesem Tempo weiter ausbilden, schaffen wir die Energiewende nie.

Wir stehen vor gigantischen Herausforderungen. Ein Teil der Lösung wird sicher der komplette Umbau der globalen Energieinfrastruktur sein. Die Frage ist nur, wer die ganze Arbeit machen soll. Wer heute Energie und Umwelttechnik studiert, erwirbt nicht nur das richtige Wissen für die Zukunft, sondern hat bereits am Ende des Studiums das richtige Netzwerk für eine erfolgreiche und sinnstiftende Karriere.

Die Generalversammlung und der Frühlingsanlass von swisscleantech vom 3. Mai hat wieder gezeigt, wie schnell sich die Wirtschaft verändert. Die Mitglieder dieses Wirtschaftsverbandes haben mehr als 400’000 Angestellte und das Netzwerk wächst schnell. Die grösste Sorge dieser Firmen ist inzwischen, dass sie nicht genug qualifizierte Arbeitskräfte finden werden.

Übrigens, es lohnt sich, die Agenda 2030 von swisscleantech zu lesen. Sie fasst sehr gut zusammen, was wir tun müssen.

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“

Klimaschutz ist kein Nebenjob

Die Klimakrise stellt junge Menschen vor eine schwierige Wahl. Wer verstanden hat, dass die Klimakrise nur durch einen globalen Systemwandel gelöst werden kann, muss dies auch bei der Karriereplanung berücksichtigen. Es macht keinen Sinn, tagsüber für eine Ölfirma zu arbeiten, um dann am Abend am Klimastreik teilzunehmen. Abgesehen davon, dass Ölfirmen eher schlechte Zukunftsaussichten haben.

Die Frage ist, ob ein potenzieller Arbeitgeber als Teil der Lösung oder als Teil des Problems gesehen werden kann. Eine Marketingfirma mit dem Ziel, den Konsum anzukurbeln, ist Teil des Problems. Das Gleiche gilt auch für Hersteller von SUVs und für Fluggesellschaften, um nur einige Beispiele zu nennen. Es gibt aber viele Firmen, die auch etwas Positives bewirken wollen. Einige davon findet man bei den Mitgliedern von swisscleantech. Diese Firmen setzen sich auch aktiv für die Annahme des neuen CO2-Gesetzes ein, das notwendig, aber sicher nicht hinreichend ist. Es werden weitere Massnahmen erforderlich sein, aber es geht im Moment darum, das eine zu tun und das andere nicht sein zu lassen. Oder wie die Amerikaner es sagen: You’ve got to be able to walk and chew gum simultaneously.

Leider bilden viele Hochschulen immer noch Menschen für die Gesellschaft und Wirtschaft von gestern aus. Sie wollen gut geschmierte Zahnrädchen für eine veraltete Maschine produzieren. Für junge Menschen ist die Aussicht auf einen gut bezahlten Job mit Dienstwagen vielleicht verlockend. Viele stellen sich vor, zuerst 10 Jahre Karriere zu machen, um Geld zu verdienen, bevor sie sich dann einer sinnvollen Tätigkeit widmen. Diese Überlegung ist aus zwei Gründen gefährlich: Der Ausstieg ist meistens schwieriger als man denkt und in 10 Jahren wird es zu spät sein, den Planeten zu retten. Der britische Journalist George Monbiot hat mehrmals darüber geschrieben, wie junge Menschen für sinnlose Tätigkeiten ausgebildet werden, die bald überflüssig sein werden:

Die Digitalisierung ist ein gutes Beispiel dafür, und das Urteil des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung in Deutschland hätte kaum härter ausfallen können:

Im Großen wirken Digitalisierungsprozesse heute eher als Brandbeschleuniger bestehender nicht nachhaltiger Trends, also der Übernutzung natürlicher Ressourcen und wachsender sozialer Ungleichheit in vielen Ländern.

WBGU, Unsere gemeinsame digitale Zukunft

Das Problem ist, dass die Digitalisierung hauptsächlich von gewinnoptimierenden Grossfirmen vorangetrieben wird. Damit ist nicht gesagt, dass sie keine positiven Auswirkungen haben könnte. Das Gleiche lässt sich aber über die Kernspaltung sagen.

Für junge Menschen, die etwas Positives bewirken wollen, gibt es aber genug Möglichkeiten. Hier meine Empfehlungen an die Jugend von heute:

  • Seid laut, kritisch, unartig und politisch aktiv. Damit die notwendigen Veränderungen schnell genug passieren, muss ein enormer politischer Druck aufgebaut werden.
  • Lernt etwas, das auch in einer post-fossilen und post-kapitalistischen Welt Sinn ergibt. Es ist zwecklos, sich für die Welt von gestern auszubilden.
  • Wählt ein Studium, bei dem die Dozierenden und die anderen Studierenden auch etwas Positives bewirken wollen. So macht es mehr Spass und der Lerneffekt ist grösser.

Es freut mich natürlich, wenn unsere Studierenden dies auch so sehen. Das Statement von Cornelia Haueisen zum Studium hat mich sehr beindruckt.

Weitere Videos zum Studiengang Erneuerbare Energien und Umwelttechnik an der OST sind hier zu finden. Ein Kurzbeschreibung des Studiums befindet sich auf unserem Blog.

Avoiding a Ghastly Future

An open letter to the authors of “Underestimating the Challenges of Avoiding a Ghastly Future” by Corey J. A. Bradshaw et al.

Dear authors:

I would like to thank you for writing this concise and yet comprehensive summary of the challenges we face. The article is mandatory reading for anyone interested humanity having a future, such as everyone having or planning to have children. Given that we only have one planet and human survival depends on it, elementary risk management dictates that we should only consider the worst-case scenarios. Viewed this way, our future does indeed look bleak.

Unfortunately, the conclusions of your paper seem strangely disconnected from the rest of it. We are not going to solve the sustainability crisis by being concerned, analyzing, or talking about it. George Monbiot recently wrote an article about the handling of the COVID-19 pandemic titled “Clueless”. It starts with the following sentence: “Here’s the chilling, remarkable thing that should be inscribed on everyone’s minds: there is no plan.” Unfortunately, the same is true for sustainability in general.

As the German author and journalist Philip Blom recently pointed out, the collective intelligence of humanity corresponds to that of a yeast cell. We gobble up all available resources, thereby destroying our environment, and then we die. The reason is not that humans are stupid and unable to understand what is going on. The problem is that we are trapped in a self-destructive economic system which forces us to act against our own interests.

None of the problems described in your paper can be solved within a global economic system built on competition. The reason is simple: no country is prepared to voluntarily sacrifice its competitiveness to save the environment. Everyone understands this. Some people therefore cling to the absurd idea that sustainable technology will make us more competitive and powerful, thereby eliminating the need for tough political decisions. This is complete malarkey as evidenced by the increase in global military spending. The world seems to be gearing up for the climate and resource wars of the future. And wars are not are not sustainable.

Saving humanity will require a global system which increases the cost of fossil fuel while providing climate justice through redistribution. In such a system, it would be in the national interest of every country to limit its greenhouse gas emissions. Furthermore, the system would also reduce the value of fossil fuel reserves, thereby relieving global tensions.

Fixing the problems you so expertly describe in your paper will be very expensive and is probably not compatible with a growing economy. We need a global system for sharing the costs. A surprisingly simple solution to this problem can be found here: www.global-climate-compensation.org. The idea would work, but it is politically difficult to implement. However, I prefer a politically difficult challenge to a physically impossible one.

We will never accomplish anything by simply pointing out problems. The time has come to use whatever influence we have a scientists and citizens to promote workable solutions. Or as poet laureate Amanda Gorman put it at the inauguration of President Biden:

The new dawn blooms as we free it.
For there is always light,
if only we’re brave enough to see it.
If only we’re brave enough to be it.

Amanda Gorman, The Hill We Climb

An Open Letter to the ETH

Patrick Chappatte

A couple of students from the ETH asked me to help them distribute an open letter to the Department of Environmental Systems Science and I feel honored to do so. The letter is available in English and German:

I mean no offense to my Alma Mater, but I am convinced that the ETH suffers from the same problem as all other universities. The classical idea of teaching assumes that professors teach, and students learn. When the students realize that their teachers do not have the answers to the most challenging problems of our time, things get complicated.

In addition, the world is now changing so fast that both academic research and conventional politics will have to step it up a notch or two to stay relevant. As I am currently working on a sustainability policy for our university (www.ost.ch), I am well aware of these problems.

I have derived continued benefit from criticism at all periods of my life and I do not remember any time when I was ever short of it.

Winston Churchill